Vom Bären
Auf einer Blogging-Plattform wie Bearblog scheint es mir nur angemessen, mit einem Gedicht über einen Bären zu beginnen, welches ich vor Ewigkeiten in Anlehnung an das Morgenstern-Gedicht Der Werwolf geschrieben habe.
Vom Bären
Ein Linguist ging auf die Jagd auf Ausschau nach dem Bären,
Sprachwissenschaftlich hochbegabt wollt' er den Bären lehren.
Sodann kam auch im lahmen Trott ein Riesenexemplar
Und stellt sich hinter'm Manne auf, der ahnt nicht die Gefahr.
Als der dem Bären dann gewahr und seine Freud' bezeugt
Spricht er sogleich fast wie geplant: „Ich zeig' dir wie man beugt.“
Ein Bär – der Singular, zwei Bären – Plural gar.
Dem Bären graut es – Dativ, der Bären Staunen – Akkusativ
„Ist das nicht wunderbar?“
„Anhand der Kasūs“, spricht der Mann,\
„Kommt man zu dem Schluss,
Dass es sich beim Worte Bär um schwache Flexion handeln muss.“
Der Bär lacht laut, rollt sich im Gras
Und spricht alsbald: Wie kann es sein, das den Genitiv du vergaßt?
Der Linguist wird kreidebleich und ob er's will oder nicht
So trifft ihn doch des Bären Pranke mitten ins Gesicht.